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Versottung

Versottung ist ein Begriff, der vielleicht nicht jedem bekannt ist, aber für Besitzer eines Kamins oder einer anderen Feuerstätte von großer Bedeutung sein sollte. Sie beschreibt die Zersetzung des Schornsteinmaterials durch aggressive Säuren, die durch Kondensation von Verbrennungsgasen entstehen. In diesem Artikel erkläre ich Dir, was Versottung ist, wie sie entsteht und vor allem, wie Du sie verhindern kannst.

versottung

Was ist Versottung genau?

Sie beschreibt den Prozess, bei dem die Innenwände eines Schornsteins durch Säureeinwirkung beschädigt werden. Diese Säuren entstehen, wenn Brennstoffe wie Holz, Kohle oder Öl nicht vollständig verbrennen und die dabei entstehenden Gase im Schornstein kondensieren. Das Resultat sind feuchte, saure Kondensate, die die Mörtelfugen und sogar die Steine des Schornsteins angreifen können.

Erkennungszeichen von Versottung

Die häufigsten Anzeichen für eine Versottung sind:

  • Feuchtigkeitsflecken an der Außenseite des Schornsteins
  • Abblätternder Putz oder bröckelnder Mörtel
  • Ein säuerlicher Geruch im Bereich der Feuerstätte
  • Zunehmende Rußbildung und schlechter Zug im Kamin

Ursachen der Versottung

Versottung kann mehrere Ursachen haben, die oft miteinander zusammenhängen:

  • Niedrige Abgastemperaturen: Wenn die Abgase zu kühl sind, kondensieren sie innerhalb des Schornsteins und führen zur Bildung von Kondensat.
  • Unzureichende Isolation: Ein schlecht isolierter Schornstein kühlt die Abgase schnell ab.
  • Falsche Brennstoffwahl: Nicht alle Brennstoffe verbrennen gleich sauber. Feuchtes Holz oder minderwertige Brennstoffe produzieren mehr Säure.

Wie Du Sie verhindern kannst

Die gute Nachricht ist, dass Versottung vermeidbar ist. Hier sind einige Maßnahmen, die Du ergreifen kannst:

  1. Richtige Brennstoffwahl: Verwende nur trockenes, hochwertiges Brennholz oder andere empfohlene Brennstoffe.
  2. Optimale Verbrennungstemperatur: Stelle sicher, dass Dein Kamin richtig eingestellt ist und die Verbrennungstemperaturen hoch genug sind, um Kondensation zu minimieren.
  3. Schornsteinwartung: Eine regelmäßige Inspektion und Reinigung Deines Schornsteins durch einen Fachmann kann frühe Anzeichen erkennen und beheben.
  4. Installation einer Schornsteinhülle: In manchen Fällen kann das Einziehen einer Schornsteinhülle aus Edelstahl die Isolation verbessern und die Lebensdauer Deines Schornsteins verlängern.

Langfristige Folgen von Versottung

Wenn Versottung nicht behandelt wird, kann sie zu schwerwiegenden Schäden am Schornstein führen, die teure Reparaturen oder sogar einen vollständigen Ersatz erforderlich machen. Noch gravierender ist das Risiko von Bränden oder Kohlenmonoxidvergiftungen, wenn die Abgase nicht mehr richtig abgeführt werden können.

Fazit

Versottung ist ein ernstes Problem, das die Sicherheit Deiner Feuerstätte und Deines Zuhauses gefährden kann. Indem Du die richtigen Vorsichtsmaßnahmen triffst und Deinen Schornstein regelmäßig warten lässt, kannst Du dieses Risiko minimieren und die Freude an Deinem Kamin lange erhalten. Solltest Du Anzeichen bemerken, zögere nicht, einen qualifizierten Schornsteinfeger zu konsultieren.

4 Gedanken zu „Versottung“

    1. Hey, danke für Deinen Kommentar!

      Das klingt erstmal total seltsam – Versottung an einer Wand, obwohl gar kein Kamin oder Wasserrohr da ist. Aber tatsächlich kann so etwas vorkommen, und das hat oft mit „versteckten“ Ursachen zu tun.

      Zum Beispiel: In älteren Häusern verlaufen manchmal alte Schornsteine oder Abgaszüge mitten durch die Wand – auch wenn man sie von außen gar nicht mehr sieht oder nutzt. Wenn die schlecht abgedichtet oder feucht sind, kann es genau an solchen Stellen zu Flecken, Geruch oder bröckelndem Putz kommen.

      Manchmal kommt auch Feuchtigkeit mit leichten Schadstoffen aus der Luft oder den Baustoffen selbst zusammen – besonders an kalten Außenwänden. Das sieht dann der Versottung zum Verwechseln ähnlich, auch wenn kein Kamin da ist.

      Oder: Vielleicht wurde da früher mal was angeschlossen – ein Ofen, ein Heizgerät – und die Spuren tauchen jetzt erst auf.

      Ich hoffe das hilft weiter.

      Liebe Grüße
      Yusuf von der Ofenakademie

  1. Bin erst jetzt über euren Beitrag gestolpert, das hat mir geholfen, unser Schadbild besser einzuordnen. Auch eure Liste der Erkennungszeichen (Feuchtflecken, abblätternder Putz, säuerlicher Geruch, schlechter Zug) trifft es bei uns leider genau. Besonders interessant fand ich Punkt 4 bei den Maßnahmen: die Schornsteinhülle aus Edelstahl als dauerhafte Lösung.
    Wir stehen gerade vor genau dieser Entscheidung und sind noch sehr unentschlossen, ich habe hier (https://www.kaminwerkstatt.at/edelstahlrohr-einziehen-bei-altem-kamin) gelesen, dass das gar nicht so zeitaufwendig ist, unser Fachmann meinte jedoch, dass das schon mehrere Tage in Anspruch nehmen würde, was bei uns momentan einfach nicht möglich ist.
    Würdet ihr in dem Fall bei solchen deutlichen Feuchteflecken zuerst provisorisch sanieren (Putz/Farbe) oder direkt auf Liner + ggf. Dämmhülse setzen, um die Ursache abzustellen, auch wenn der Zeitaufwand um einiges größer ist?

    1. Hey, vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar!
      Super, dass Dir unser Beitrag beim Einordnen der Schäden schon etwas weiterhelfen konnte.

      Zu Deiner Frage: Grundsätzlich gilt – bei so deutlichen Anzeichen wie Feuchteflecken und abblätterndem Putz bringt eine reine „Kosmetik“ (Putz erneuern, überstreichen) leider nicht viel. Das Schadbild kommt in der Regel recht schnell wieder durch, weil die eigentliche Ursache im Schornstein steckt.

      Eine Edelstahlhülse (ggf. kombiniert mit Dämmung) ist deshalb die nachhaltigere Lösung. Sie sorgt dafür, dass die Abgase schneller abziehen, weniger kondensieren und die Feuchtigkeit dauerhaft ausbleibt. Dass der Einbau „mal eben“ gemacht ist, stimmt nur teilweise: Bei einem unkomplizierten Schornstein kann das tatsächlich in wenigen Stunden erledigt sein. Aber je nach Zugänglichkeit, Länge und baulicher Situation kann es durchaus auch ein bis zwei Tage dauern.

      Unser Tipp:

      – Wenn es zeitlich gerade gar nicht passt, kannst Du die betroffenen Wandstellen natürlich vorübergehend sanieren, damit es optisch und vom Geruch her erträglicher wird.

      – Aber die eigentliche Ursache solltest Du nicht zu lange vor Dir herschieben – sonst wird der Schaden mit der Zeit größer (und teurer).

      Sprich am besten nochmal direkt mit Deinem Fachmann: Lass Dir genau erklären, warum er mehrere Tage veranschlagt, und ob es evtl. eine abgespeckte, schnellere Lösung als Zwischenschritt gibt.

      Liebe Grüße
      Yusuf von der Ofenakademie

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