Wasserführende Öfen sind eine hervorragende Möglichkeit, nicht nur den Aufstellraum zu heizen, sondern auch die Energie ins Heizsystem einzuspeisen. Doch viele Besitzer stellen sich die Frage: Wie beeinflusst die Wasseranbindung die Nennwärmeleistung? Warum benötigen diese Öfen oft mehr Holz als herkömmliche Kaminöfen? Und wie kann man sie optimal nutzen, um eine effiziente Wärmeverteilung zu erreichen?
Was macht einen wasserführenden Ofen besonders?
Im Gegensatz zu klassischen Kaminöfen oder Kachelöfen besitzen wasserführende Öfen einen Wärmetauscher, der einen Teil der erzeugten Wärme an das Wasser im Heizkreislauf abgibt. Dieses erwärmte Wasser kann dann für die Raumheizung oder Warmwasserbereitung genutzt werden.
Die Nennwärmeleistung eines wasserführenden Ofens teilt sich dabei in zwei Bereiche:
- Raumheizleistung: Der Teil der Wärme, der direkt über Strahlungswärme und Konvektion an den Raum abgegeben wird.
- Wasserleistung: Die Wärmeenergie, die über den Wärmetauscher ins Heizsystem eingespeist wird.
Das bedeutet, dass die effektive Wärmeabgabe an den Raum geringer ist als bei einem klassischen Kaminofen, weil ein Teil der Energie für das Heizsystem genutzt wird.
In unserem Live-Event Frag den Ofenbauer haben wir unter anderem auch das Thema wasserführende Öfen behandelt:
Warum brauchen wasserführende Öfen mehr Holz?
Wasserführende Öfen haben einen höheren Energiebedarf, da sie nicht nur den Aufstellraum erwärmen, sondern auch das Wasser erhitzen müssen. Das erfordert mehr Brennstoff und höhere Temperaturen. Wer zu wenig Holz nachlegt oder die Holzmenge zu niedrig dosiert, riskiert einen ineffizienten Abbrand mit niedriger Temperatur, was zu einer stärkeren Rußbildung an der Scheibe und einer schlechteren Verbrennung führen kann.
Besonders bei Modellen mit großen Sichtscheiben ist eine ausreichend hohe Abbrandtemperatur wichtig. Große Glasflächen kühlen die Brennkammer schneller aus, wodurch sich Rußpartikel an der Scheibe ablagern können. Eine zu geringe Holzmenge kann diesen Effekt verstärken.
So erreichst du eine optimale Verbrennung
Um die Nennwärmeleistung deines wasserführenden Ofens optimal zu nutzen, solltest du folgende Punkte beachten:
1. Die richtige Holzmenge auflegen
Viele Hersteller geben in der Betriebsanleitung eine empfohlene Auflagemenge pro Stunde an. Beim Beispielofen aus dem Video – einem wasserführenden Kamin – liegt diese bei 3,1 kg Holz pro Stunde.
Da wasserführende Öfen mehr Energie benötigen, empfehlen Experten, beim Anheizen 20–30 % mehr Holz zu verwenden. So erreicht der Ofen schneller eine hohe Temperatur und kann effizient arbeiten.
2. Auf die richtige Luftzufuhr achten
Die automatische Abbrandsteuerung vieler Öfen regelt die Luftzufuhr, um den Verbrennungsprozess zu optimieren. Falls jedoch die Klappensteuerung zu früh das Nachlegen signalisiert, kann es sinnvoll sein, die Steuerung feinzutunen oder die Einstellungen anzupassen.
3. Erst nachlegen, wenn die Flammen fast erloschen sind
Wer zu früh nachlegt, riskiert Rauchentwicklung im Wohnraum. Die beste Zeit zum Nachlegen ist, wenn die Flammen fast erloschen sind und nur noch bläuliche Glut sichtbar ist.
4. Umlenkplatten im Blick behalten
Einige wasserführende Öfen besitzen Umlenkplatten, die das Abgas stauen, um eine bessere Nachverbrennung zu ermöglichen. Wer hier experimentiert und die Platten entfernt oder verändert, kann die Abbrandqualität negativ beeinflussen. Änderungen sollten daher nur nach Absprache mit einem Fachmann erfolgen.
5. Herstellerangaben beachten
Obwohl viele Kaminbesitzer ihre eigene Strategie für das Heizen haben, lohnt sich ein Blick in die Betriebsanleitung. Dort finden sich meist präzise Angaben zur empfohlenen Holzmenge, zur Brenndauer und zur optimalen Bedienung des Ofens.
Fazit: Mehr Energie für das Wasser bedeutet mehr Holz
Ein wasserführender Ofen bietet den Vorteil, nicht nur den Raum, sondern auch das Heizsystem zu unterstützen. Allerdings erfordert er eine höhere Holzmenge und eine sorgfältige Einstellung der Abbrandsteuerung, um effizient zu arbeiten. Wer die richtige Holzmenge wählt, die Luftzufuhr optimiert und erst bei Glut nachlegt, kann die Nennwärmeleistung seines wasserführenden Ofens optimal nutzen und für eine saubere, effiziente Verbrennung sorgen.
