Ein Kaminofen braucht die richtige Luftzufuhr, um effizient und sauber zu brennen. Doch wie stellt man die Luftregler optimal ein und was tun, wenn das Feuer bei schlechter Wetterlage nur schwer in Gang kommt? Hier erfährst du, wie du deine Luftzufuhr optimieren kannst, welche Rolle der Sekundärluftregler spielt und warum ein Lockfeuer bei schlechtem Zug hilft.
Warum ist die richtige Luftzufuhr wichtig?
Jeder Kaminofen benötigt eine kontrollierte Luftzufuhr, damit das Feuer optimal brennt und die Scheibe möglichst frei von Rußablagerungen bleibt. Die wichtigsten Luftquellen im Ofen sind:
- Primärluft: Strömt meist von unten in den Brennraum und unterstützt das Anzünden.
- Sekundärluft: Kommt von oben oder von der Seite und sorgt für eine sauberere Verbrennung.
- Scheibenspülluft: Führt Luft gezielt an der Scheibe entlang, um Rußablagerungen zu minimieren.
Hinweis: Moderne Öfen lassen sich oft mit nur einem Luftregler steuern. Manche Modelle haben aber zusätzliche Schieber für Sekundärluft, die individuell eingestellt werden können.
In unseren Live Events Frag den Ofenbauer beantworten wir genau solche Fragen:
Wie stelle ich die Luftzufuhr richtig ein?
Je nach Brennphase solltest du die Luftzufuhr anpassen:
- Beim Anheizen:
- Primärluft voll geöffnet
- Sekundärluft etwa zu zwei Dritteln offen
- Scheibenspülluft (falls vorhanden) leicht geöffnet
- Genügend Anmachholz verwenden, damit das Feuer schnell hohe Temperaturen erreicht.
- Während des Abbrands:
- Primärluft reduzieren oder schließen (abhängig vom Ofentyp).
- Sekundärluft so einstellen, dass die Flamme ruhig und hell brennt.
- Falls Ruß auf der Scheibe entsteht: Sekundärluft weiter öffnen.
- Beim Nachlegen:
- Erst nachlegen, wenn die Flammen weitgehend abgebrannt sind und nur noch Glutreste vorhanden sind.
- Tür langsam öffnen, um Rauchentwicklung zu vermeiden.
- Nicht auf eine sichtbare Flamme Holz legen, sonst entsteht Qualm im Wohnraum.
Wie beeinflusst das Wetter die Verbrennung?
Bei bestimmten Wetterlagen kann es schwieriger sein, den Kaminofen in Gang zu bringen. Die häufigsten Probleme:
- Starker Wind oder Sturm:
- Plötzliche Druckschwankungen im Schornstein können den Zug stören.
- Lösung: Eine Drosselklappe oder ein Aspiromat am Schornsteinkopf kann helfen, den Wind umzuleiten.
- Kälteglocke oder schlechte Zugverhältnisse:
- Kalte Luft im Schornstein blockiert den natürlichen Zug.
- Lösung: Ein Lockfeuer kann helfen, den Schornstein vorzuwärmen.
Lockfeuer – schnelle Hilfe bei schlechtem Zug
Ein Lockfeuer sorgt dafür, dass der Kaminzug schneller in Gang kommt. So geht’s:
- Die Reinigungsklappe am Schornstein öffnen.
- Ein Stück Zeitungspapier zu einer Fackel rollen, anzünden und in die Klappe halten.
- Die warme Luft steigt auf und erzeugt einen Sog im Schornstein.
- Danach den Kaminofen normal anzünden.
Wann sollte ich die Dichtung meines Ofens überprüfen?
Undichte Türen oder falsche Luftführung können ebenfalls zu Problemen führen. Falls:
- Rauch aus der Tür austritt, obwohl der Ofen dicht sein sollte,
- die Scheibe schnell verrußt,
- das Feuer schlecht zieht,
… dann solltest du die Türdichtung prüfen und gegebenenfalls erneuern. Hersteller empfehlen, spätestens nach vier Jahren eine Wartung durchzuführen. Je nach Nutzung kann es auch sinnvoll sein, die Dichtung bereits früher zu wechseln.
Fazit: Luftzufuhr optimieren für sauberes Heizen
Die richtige Luftzufuhr ist entscheidend für eine effiziente und saubere Verbrennung. Besonders bei schlechten Wetterlagen kann ein Lockfeuer helfen, den Schornsteinzug in Gang zu bringen. Wer seinen Ofen optimal einstellt, spart nicht nur Holz, sondern vermeidet auch Rußablagerungen und unangenehme Rauchentwicklung.

Bei mir ist’s richtig nervig: An manchen Tagen zieht’s super, an anderen drückt’s beim Nachlegen kurz Rauch in den Raum. Ihr schreibt ja auch, dass Wetter den Zug beeinflusst und man dann „nachhelfen“ muss.
Ich bin deswegen über das Thema Kaminverlängerung gestolpert: https://www.kaminwerkstatt.at/kaminverlaengerung
Woran würdet ihr als erstes erkennen, ob so eine Verlängerung sinnvoll ist oder ob ich eher nur meine Luftregler-Taktik verbessern muss? Und bietet ihr sowas auch an?
Hallo Jürgen,
danke dir für deine Nachricht – das beschriebene Verhalten kennen tatsächlich viele. Wenn der Zug an manchen Tagen hervorragend ist und an anderen beim Nachlegen kurz Rauch austritt, spricht das zunächst eher für witterungsbedingte Schwankungen als für ein grundsätzlich bauliches Problem.
Gerade bei feuchter Luft, Nebel, Inversionswetterlagen oder bestimmten Windverhältnissen verändert sich der Förderdruck im Schornstein spürbar. In solchen Situationen reagiert der Ofen sensibler, besonders beim Öffnen der Tür. Das heißt noch nicht automatisch, dass der Schornstein zu kurz ist.
Eine Kaminverlängerung wird in der Regel erst dann interessant, wenn das Problem dauerhaft besteht – also unabhängig vom Wetter regelmäßig Rauch austritt oder der Ofen generell schwer „ins Laufen“ kommt. Auch eine ungünstige Lage des Schornsteins, etwa im Windschatten von Dachaufbauten oder Nachbargebäuden, kann eine Rolle spielen. Ob tatsächlich ein baulicher Handlungsbedarf besteht, kann am zuverlässigsten der zuständige Schornsteinfeger beurteilen, indem er den Förderdruck misst.
In vielen Fällen lässt sich das geschilderte Phänomen jedoch schon durch eine kleine Anpassung beim Nachlegen entschärfen: Die Luftregler vor dem Öffnen kurz vollständig öffnen, dem Feuer etwas Zeit geben, damit sich der Zug stabilisiert, und die Tür zunächst nur einen Spalt öffnen, um den Druck auszugleichen. Das reduziert die Rauchneigung oft deutlich.
Bauliche Maßnahmen wie Kaminverlängerungen bieten wir selbst leider nicht an.
Viele Grüße
Dein Team der Ofenakademie